Solarkraft auf dem Zürichsee
von Dominik Schmid
Die EVP will den raschen Ausbau von inländischer erneuerbarer Energie. Photovoltaik-Panels auf dem Zürichsee können schnell und effizient viel Strom erzeugen. Die Regierung wird aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen für ein Pilotprojekt zu erstellen.
Allen Pionieren ist gemeinsam, dass ihre Ideen zuerst auf Widerstand stossen. Das wird bei einem befristeten Pilotprojekt für schwimmende Solarkraftwerke auf dem Zürichsee nicht anders sein. Aber die Stärkung der Versorgungssicherheit mit inländischen erneuerbaren Energien ist heutzutage ebenso wichtig wie Alfred Eschers Tunnel durch den Gotthard oder Hans-Peter Tschudis AHV. Daher reicht EVP-Kantonsrat und Regierungsratskandidat Daniel Sommer zusammen mit seinen Rats- und Parteikollegen Markus Schaaf und Hanspeter Hugentobler die Motion «Pilotprojekt für schwimmendes Solarkraftwerk auf dem Zürichsee» ein.
Wie aus dem White Paper* von Energie Zukunft Schweiz AG hervorgeht, liessen sich jährlich 15 Terrawattstunden Strom gewinnen, wenn rund 5% der Schweizer Seeflächen für schwimmende Gross-Solarkraftwerke zur Verfügung stünden. Und 3% des Zürichsees mit Photovoltaik zu belegen, ergäbe eine Nennleistung von mehr als 500 Megawattstunden.
Der Einwand gegen ein solches Grossprojekt, der Kanton Zürich habe doch eigentlich genügend geeignete Dachflächen für den Ausbau von Photovoltaikanlagen, liegt auf der Hand. Doch dieses Potenzial lässt sich leider auch wegen der Kleinteiligkeit nur sehr langsam erschliessen. Die Technologie in Frage zu stellen, kann ebenfalls kein Argument gegen diese Pionieridee sein. Denn inzwischen gibt es solche Anlagen nicht nur in den Malediven, sondern auf der ganzen Welt. Die Umweltverträglichkeit müsste und könnte im Rahmen eines Pilotprojekts sicher noch detaillierter analysiert werden. Gut möglich, dass die Verschattung einen kühlenden Effekt auf das Seewasser hat und damit das See-Ökosystem sogar positiv beeinflusst. Und ob Fische und Vögel die zusätzlichen Rückzugsgebiete in Anspruch nehmen, wird ebenso untersucht werden wie die Auswirkungen auf andere Organismen in Schweizer Seen.
Die Motion will nichts Unmögliches. Sie bittet den Regierungsrat angesichts drohender Versorgungskrisen lediglich darum, die gesetzliche Grundlagen für ein befristetes Pilotprojekt für schwimmende Solarkraftwerke auf dem Zürichsee zu schaffen. Und weil Pioniergeist immer auch mit Mut verbunden ist, hiesse das: Die Mitglieder des Regierungsrates zum Sprung über den eigenen Schatten motivieren.
Für Auskünfte
Daniel Sommer, Kantonsrat, Affoltern am Albis, N: 079 223 61 62, daniel.sommer@evpzh.ch
Markus Schaaf, Kantonsrat, Fraktionspräsident, Rämismühle, N: 078 707 00 66, markus@schaaf.ch
Hanspeter Hugentobler, Präsident, Kantonsrat, Pfäffikon, G: 044 951 17 91, praesident@evpzh.ch
Mark A. Wisskirchen, Geschäftsführer, Kantonsrat, Kloten, G: 044 271 43 02, N: 078 868 87 00, sekretariat@evpzh.ch
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