Fraktionserklärung von Beat Monhart zum Jugendschutz bei E-Zigaretten
Wir stehen vor einem Dammbruch und der Regierungsrat möchte aus dem Lehnsessel beobachten, wie unsere Kinder mit Nikotin geflutet werden
Die EVP ist - wie auch die Präventionsfachstellen - alarmiert ob des sich abzeichnenden Dammbruchs bei den E-Zigaretten mit dem Markteintritt von Juul in der Schweiz.
Bereits jetzt - vor der offiziellen Einführung dieser neuen, modisch verpackten und jugendlich gestylten Nikotinbomben, verbreitet sich an unseren Schulen die Angst vor diesem Produkt, das in ähnlicher Form wie ein USB-Stick daherkommt und ganz viele Kinder und Jugendliche in die Nikotinabhängigkeit führen wird. Das dabei konsumierte Flüssignikotin wird extrem schnell vom Körper absorbiert, ist hoch suchtauslösend und schadet besonders dem noch nicht ausgewachsenen Hirn. In der offiziellen Sprachregelung der Tabakindustrie sind diese Produkte für Erwachsene gedacht, die Realität zeigt aber, dass dem nicht so ist - wie schon bei den Alcopops vor rund 20 Jahren - wird bewusst versucht, ein Suchtmittel wieder neu für den jugendlichen Markt attraktiv zu machen. In den USA spricht die Food and Drug Administration - nicht unbegründet bei mehreren Millionen betroffener Kinder - von einer Epidemie und es herrscht grosse Hilflosigkeit bei Eltern und Schulleitungen, wie mit den damit unübersehbar einhergehenden Suchtsymptomen umzugehen ist.
In der Schweiz stehen wir jetzt an der Schwelle, diesen Dammbruch auch - wieder - zu erleben und die Kantone haben die Möglichkeit, rasch mit einem Gesetz darauf zu reagieren und dieses Vorhaben wirksam in die Schranken zu weisen.
Hier auf einen "Ehrenkodex" der Branche und ein kommendes eidgenössisches Gesetz zu verweisen, ist zynisch - besonders, wenn man sieht, dass die wirtschaftsfreundlichen Kreise auch auf eidgenössischer Ebene alles tun, um eben dieses Gesetz hinauszuzögern oder sogar zu verhindern. Schauen Sie sich die tägliche Werbung in den Gratiszeitungen an - neuerdings werden die E-Zigaretten sogar gratis verteilt, um den Einstieg noch einfacher zu machen. Hier soll es nicht nötig sein, gesetzliche Regeln einzuführen?
Der Basler Grosse Rat hat eine entsprechende Motion überwiesen - der Berner Grosse Rat folgt mit höchster Wahrscheinlichkeit in diesen Tagen - es bleibt zu hoffen, dass auch der Zürcher Kantonsrat die Not der Stunde erkennt und der Regierung diesen Auftrag erteilen wird.
26. November 2018